Hauptversammlung der Feuerwehr Aalen

Neue Techniken und die Sicherstellung der Bereitschaft am Tage stellt die Wehr vor neue Herausforderungen.

Die Arbeit der Feuerwehrleute sei ein unermüdlicher und selbstloser Einsatz für die Bürgerschaft, darin waren sich Kommandant Kai Rudolf Niedziella und die geladenen Ehrengäste alle einig. Und das bei einer zunehmenden Spezialisierung der ehrenamtlichen Helfer, die durch steigende Anforderungen immer mehr Flexibilität beweisen müssen.

„Ich will Ihnen danken für die Bereitschaft, zu jeder Tages- und Nachtzeit für uns da zu sein“, honorierte Oberbürgermeister Martin Gerlach die knapp 300 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr bei der Jahreshauptversammlung in der Hofener Glück-Auf-Halle. Mitglieder der Abteilungen Aalen, Dewangen, Ebnat/Waldhausen, Fachsenfeld, Unterkochen und Wasseralfingen/Hofen sowie Vertreter der Stadtverwaltung und befreundeten Hilfsorganisationen waren zur Hauptversammlung gekommen.

Kai Rudolf Niedziella, der Kommandant der Gesamtwehr, hielt nach der musikalischen Eröffnung des Spielmannszugs unter der Leitung von Bernd Adrian eine Rückschau auf das Jahr 2010: Mit 279 Einsätzen (davon 72 Fehlalarme) waren es etwas weniger als im Vorjahr mit noch 306 Einsätzen. Das bedeutet eine Leistungsgraderfüllung von 76 Prozent, eine leichte Verschlechterung zum Vorjahr, die „noch genau analysiert wird“, verspricht Feuerwehrkommandant Niedziella, im nächsten Jahr noch häufiger innerhalb der ersten zehn Minuten am Einsatzort zu sein.

Allerdings würden knapp die Hälfte davon (126) am Tag zwischen 6 und 18 Uhr liegen. „Das ist immer eine große Herausforderung, die Tagesbereitschaft herzustellen“, erklärte der Feuerwehrkommandant und wies ebenfalls auf die neuen Herausforderungen hin, denen sich die Freiwillige Feuerwehr in den kommenden Jahren stellen müsse. Darunter falle beispielsweise die Kraftfahrzeuge mit den unterschiedlichsten Antrieben, die Windkraft oder große Solaranlagen: „Wir müssen mögliche Gefahren rechtzeitig erkennen und die richtigen Maßnahmen einleiten“, sagt Niedziella. Besonders die vielen schweren Verkehrsunfälle in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 hätten den Feuerwehrleuten einiges abverlangt: „Das waren so viele wie im gesamten Jahr 2009.“

Bei der Neuwahl der beiden gleichberechtigten stellvertretenden Kommandanten wurden Jürgen Scherer und Stefan Stütz im Amt bestätigt. Da es insgesamt drei Bewerber gab, wurden die Stellvertreter in getrennten Wahlen ermittelt. In der ersten Wahl setze sich Jürgen Scherer, der nun in seine fünfte Amtszeit geht, in der Stichwahl gegen Stefan Stütz durch. Dieser siegte in der zweiten Wahl mit einer absoluten Mehrheit von 95 Stimmen (bei 160 Wahlberechtigten) gegen den Neubewerber Oliver Hahn.

Der Streitpunkt aus dem vergangenen Jahr war heuer kein Thema mehr: „In der Zwischenzeit gab es im Juli einen großen Termin mit Feuerwehr und Gemeinderat im Rettungszentrum“, beschreibt OB Gerlach und fügt an: „Die notwendigen Beschaffungen wurden auf den Weg gebracht.“ So wurde im vergangenen Jahr eine Drehleiter mit einem Vier-Mann-Korb beschafft, in diesem Jahr folgt ein neuer Rüstwagen. Dies sei deshalb notwendig, erläutert Kommandant Niedziella, weil der Fuhrpark veraltet sei. Fast unverändert ist der Personalstand bei der aktiven Wehr. 282 aktive Mitglieder zählen die Aalener Wehren (fünf mehr als im Vorjahr), dazu 82 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und 103 in der Alters- und Ehrenabteilung.
Stadtjugendfeuerwehrwart Michael Wagner betonte, wie wichtig eine gute Nachwuchsarbeit in den kommenden Jahren sei: „die Jahrgänge sind nicht mehr so stark.“ Außerdem wachse das Interessensfeld der Jugendlichen, aber erste Ideen seien bereits im Gespräch, um auch künftig den Nachwuchs zu fördern. „Seit 2002 haben wir 85 Jugendliche in die aktive Wehr eingegliedert“, so Wagner. Ein großer Teil der heutigen Freiwilligen Feuerwehr. Insgesamt 24 Neuaufnahmen begrüßte die Gesamtwehr, davon kamen 15 aus der eigenen Jugendfeuerwehr. Verabschiedet wurde Schriftführer Timo Elser, der sich aus beruflichen Gründen aus der Freiwilligen Feuerwehr zurückziehen wird. Außerdem wurden zwölf Feuerwehrmänner befördert, da sie entweder durch entsprechende Ausbildungen oder ihre Dienstjahre einen höheren Grad erreichten. Mit dem Feuerwehr-Ehrenabzeichen des Landes Baden-Württemberg in Silber für 25 Jahre aktive Dienstzeit wurden geehrt: Markus Hägele, Elmar Wrede und Thomas Zemann (alle Aalen), Manfred Klopfer und Kurt Lindorfer (beide Ebnat/Waldhausen) sowie Andreas Klingenberg (Fachsenfeld). Für 40 Jahre aktiven Dienst bei der Feuerwehr erhielten das Ehrenabzeichen in Gold: Bernhard Sturm (Dewangen), Bruno Münch, Klaus Schmid, Manfred Schmid und Heinz Wiedemann (alle Unterkochen) sowie Johannes Feifel (Wasseralfingen/Hofen). (Text/Foto: Stefanie Pflanz) © Schwäbische Post 19.03.2011

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